Forschungsschwerpunkt Translationale Neurowissenschaften Mainz

Aktuelle GBS-assoziierte Projekte

 

Die prg-1-Studie („plasticity related gene“)

Das Gehirn wird durch unsere Sinne ständig mit Informationen aus der Umwelt konfrontiert, von denen nur ein Teil neu oder in einer bestimmten Situation bedeutsam ist.

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Um unser Gehirn vor einer Überflutung mit Reizen zu schützen gibt es Filterprozesse, die uns dabei helfen, uns auf das zu konzentrieren, was in einer bestimmten Situation wichtig ist.

Diese Funktionen des Gehirns können durch die Methoden der modernen Hirnforschung auch beim Menschen untersucht werden.

Durch die Kombination der Analyse natürlich vorkommender Genvarianten bei gesunden Probandinnen und Probanden mit den Methoden der Hirnforschungen können diese molekularen Grundlagen untersucht und verstanden werden. Zu diesen Methoden gehören zum Beispiel die funktionelle Magnetresonanztomographie (Kernspintomographie) und die Elektroenzephalographie („Hirnströme“).

Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es, die Bedeutung eines Gens (prg-1), das die Konzentration des Überträgerstoffes Glutamat zwischen zwei Nervenzellen mit reguliert, auf die oben genannten Hirnleistungen und die beteiligten Netzwerke zu untersuchen. Die Untersuchungen sollen dazu beitragen, die Funktionsweise des gesunden Gehirns besser zu verstehen. Dies ist auch die Grundlage für ein besseres Verständnis von psychischen Krankheiten, bei denen die oben genannten Funktionen und Netzwerke oft beteiligt sind.

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Die MARP-Studie (Mainzer Resilienz Projekt)

Die neuro-psychiatrische Forschung konzentriert sich traditionell auf die Untersuchung von Krankheitsursachen und -mechanismen. In den letzten Jahren ist jedoch zunehmend klar geworden, dass das Nicht-Erkranken, also die Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung seelischer Gesundheit trotz schwerwiegender körperlicher oder mentaler Belastungen, ein aktiver und teils biologisch fundierter Prozess ist, dessen Erforschung ein hohes Potenzial für die Entwicklung präventiver, gesundheitserhaltender Maßnahmen birgt.

Unter dem Stichwort Resilienz wächst daher derzeit ein neues, hoch spannendes Forschungsfeld heran, das in einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche, zunehmender Zukunftsunsicherheit und der hohen Verbreitung psychiatrischer Erkrankungen große gesellschaftliche Relevanz besitzt. Die Humanwissenschaften im FTN möchten daher einen starken strategischen Schwerpunkt in der Resilienzforschung setzen.

Kern der Untersuchung ist die Frage, warum viele Menschen trotz großer mentaler oder körperlicher Belastungen nicht oder nur vorübergehend erkranken.

 

Gruppenfoto Koordinationsstelle der NIC(AK) _DSC4837

 

 

“Pharmakologisches Neuroenhancement: Zwischen planbarem Wissenstransfer und nicht intendierten Rückwirkungen” – Auf den Spuren des Wissens zum Thema „Hirndoping“


In dieser neuen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Studie gehen Wissenschaftler verschiedener Fachbereiche – Medizin, Publizistik und Philosophie – gemeinsam den komplexen Transfer- und Vermittlungsprozessen zwischen Forschern, Ärzten, Apothekern, Journalisten und Bevölkerung auf den Grund:

Warum gelangen bestimmte Forschungsergebnisse in die Bevölkerung und andere nicht?

Wo informieren sich Nutzer über legale und verbotene Substanzen?

Welche Rolle spielen Ärzte beim Thema Hirndoping? Und welche die Medien?

Hintergrund diese Studie ist die schnelle Entwicklung im Bereich der Neurotechnologien, die es Ärzten und Wissenschaftlern erlaubt, immer mehr Funktionen des Gehirns gezielt zu beeinflussen und zu modulieren. Diese neuen Technologien bergen vermutlich viele, bisher noch ungenutzte Möglichkeiten. Beispielsweise ist bislang noch wenig bekannt darüber, wie Medikamente, die ursprünglich zur Behandlung von Krankheiten entwickelt wurden, auch bei Gesunden zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit beitragen können. Diese sogenannten „Neuroenhancer“ werfen aber auch gleichzeitig viele rechtliche, ethische und soziale Fragen auf, die in der Wissenschaft derzeit kontrovers diskutiert werden, gerade weil Nutzen, Risiken und Nebenwirkungen noch wenig erforscht sind.

Einige der eingesetzten Substanzen wie Methylphenidat (Ritalin®), Amphetamine oder Modafinil werden trotz der unklaren Risiken bereits heute von bestimmten Gruppen gezielt genutzt, da sie bei leichter Anwendung beispielsweise eine effektive Steigerung der Konzentrationsfähigkeit versprechen.

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GBS auf Wissenschaftsmarkt 2015 in Mainz
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2015/08/03
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Vera Reiß

 

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