Forschungsschwerpunkt Translationale Neurowissenschaften Mainz

FAQ

 

 Was bedeutet GBS?

GBS bedeutet Gutenberg Brain Study.

 

 Seit wann gibt es die GBS?

Die Gutenberg Brain Study wurde 2013 ins Leben gerufen.

 

  Was ist das Ziel der Studie?

Ziel der GBS ist es, eine große, bevölkerungsrepräsentative Stichprobe gesunder Menschen bezüglich natürlich vorkommender Genvarianten, die die Funktionsweise des Gehirns beeinflussen könnten und für die Aufrechterhaltung der Hirngesundheit eine Rolle spielen könnten, zu untersuchen. Letztendlich soll dieses Wissen für präventives und therapeutisches Handeln nutzbar gemacht werden.

 

 Um welche Themen geht es genau?

Die GBS beschäftigt sich mit „Genetischen und umweltbedingten Determinanten der Hirngesundheit“. Dabei sollen vor allem zwei wesentliche Kernthemen verfolgt werden: Filterprozesse des Gehirns und Resilienz.

 

 Wer führt die GBS durch?

Im November 2010 hat die Johannes Gutenberg-Universität eine wissenschaftlich- strategische Fokussierung ihrer neurowissenschaftlichen Aktivitäten beschlossen und das Forschungszentrum Translationale Neurowissenschaften (FTN) eingerichtet.

Ziel der beim FTN aktiven Grundlagenforscher und Kliniker ist es, physiologische sowie pathophysiologische Mechanismen bei Vorgängen der neuralen Anpassung und Homöostase des Nervensystems zu klären und die Ergebnisse in klinisches Handeln zu übersetzen. Das FTN soll zur patientennahen Umsetzung des annähernd exponentiell gestiegenen Wissenszuwachses in den molekularen und zellulären Neurowissenschaften beitragen.

 

 Wie werden die Probanden ausgesucht?

Die Meldebehörden der Stadt Mainz und der umliegenden Gemeinden haben mehrere tausend Namen und Anschriften von in Mainz und Umgebung gemeldeten Personen zufällig ausgewählt und uns diese – ohne Angabe von weiteren personenbezogenen Informationen – übermittelt. Dies geschieht im Einklang mit dem Meldegesetz des Landes Rheinland-Pfalz und unter Berücksichtigung aller Datenschutzbestimmungen.

 

 Warum werden nur gesunde Menschen untersucht?

Die Studie hat zum Ziel, Vorgänge im gesunden Gehirn ergründen. Die Erkenntnisse über molekulare Aspekte der Hirnstruktur- und Funktion können später unter anderem im Vergleich bei der Erforschung bestimmter neurologischer Erkrankungen genutzt werden.

Des Weiteren soll die GBS als Gesundenstichprobe gegebenenfalls als Vergleichsgruppe für (Fall-Kontroll) Studien im Bereich neurologischer oder psychischer Erkrankungen genutzt werden.

 

 Wie viele Probanden werden untersucht?

Unser Ziel ist es, eine möglichst große bevölkerungsrepräsentative Probandendatenbank aufzubauen. Die Anzahl der Probanden soll ausreichend sein, um auch Träger seltener Varianten untersuchen zu können. Deshalb wird eine Probandenzahl von 5000 angestrebt.

 Kann ich auch ohne Einladungsbrief an der Studie teilnehmen?

Ja, auch Personen, die nicht von uns angeschrieben wurden, können an GBS teilnehmen, vorausgesetzt sie erfüllen die allgemeinen GBS Einschlusskriterien. Sie werden dann in unserer Datenbank aus statistischen Gründen unter GBS-plus geführt. Der sonstige Ablauf ist soweit vorhersehbar der gleiche.

 

 Wie ist der Ablauf der Studie?

Sie führen zunächst ein telefonisches Informationsgespräch mit einem unserer nicht-ärztlichen Studienmitarbeiter. Auf Ihren Wunsch hin können Sie auch ein zusätzliches Aufklärungsgespräch mit einem an der Studie beteiligten Arzt führen. Im Anschluss an das Telefonat schicken wir Ihnen die Studienunterlagen und das Material für die Gewinnung einer Speichelprobe zu. In dem Fragebogen werden neben Angaben zu Ihrer Person auch Informationen über Ihre Einstellungen, Verhaltensweisen und Ihr Erleben in bestimmten Situationen erfasst. Die Speichelprobe und die Studienunterlagen schicken Sie zusammen mit der Einverständniserklärung an uns zurück. Mit der Rücksendung Ihrer Studienunterlagen sind Sie in die Stichprobe der GBS aufgenommen und werden dann zu den Projekten eingeladen.

 

 Für welchen Zeitraum soll ich gefühlsbezogene Angaben im Fragebogen machen?

Die einzelnen Unterfragebögen geben an, ob sich Ihre Antwort auf Ihre allgemeine Situation oder auf Ihre Situation in einem bestimmten (meist aktuellen) Zeitraum beziehen soll. Diese Angabe sollten Sie beachten, auch wenn Sie sich gerade in einer außergewöhnlichen Lebenssituation (z.B. neugeborenes Kind zu Hause, Trauerfall, etc.) befinden. Uns ist bewusst, dass manche Antworten dann anders ausfallen werden. Beziehen Sie sich dennoch bitte auf den in der Beschreibung angegebenen Zeitraum.

 

 Wie lange dauert es, bis sich das Studienteam der GBS wieder bei mir meldet nachdem ich den Fragebogen zurückgeschickt habe?

Wundern Sie sich nicht, falls Sie einige Zeit garnichts von uns hören. Das kann daran liegen, dass wir in diesem Zeitraum gerade keine Studie haben, für die wir Sie als Proband rekrutieren möchten.

 

Was bekomme ich für die Teilnahme an der Befragung?

Ihr Zeitaufwand für das Ausfüllen des Fragebogens und die Speichelprobe wird von uns mit € 20 vergütet. Bei weiteren Untersuchungen bekommen Sie abhängig von Art und Zeitaufwand weitere Entschädigung.

 

 Welche Befragungen und Untersuchungen finden statt?

Um in die Datenbank aufgenommen werden zu können füllen Sie zunächst einen ausführlichen Fragebogen aus mit Fragen zu verschiedenen Lebensbereichen. Die Art der Untersuchungen hängt von der jeweiligen Studie ab.

 

 Wo finden die Untersuchungen statt?

Die meisten Untersuchungen werden in den Kliniken der Universitätsmedizin Mainz stattfinden.

 

 Welche Termine werden für die Untersuchungen angeboten?

Da die Altersspanne unserer Studie zwischen 18 und 75 liegt ist uns bewusst, dass die Mehrheit der Probanden erwerbstätig ist. Deshalb bemühen wir uns, möglichst individuelle Termine zu vereinbaren. Dabei sind auch Termine am Wochenende oder am Abend möglich.

 

 Muss ich eine EEG- oder MRT-Untersuchung machen?

Die Aufnahme in die GBS Datenbank erfordert keine EEG- oder MRT-Untersuchung. Da wir momentan schon parallel für eine Studie (prg-1) rekrutieren, werden Sie aber im Anschreiben auf etwaige EEG- und MRT-Untersuchungen hingewiesen. Diese sind allerdings schon Teil der prg-1 Studie.

Sollten diese oder andere Untersuchungen für zukünftige Studien erforderlich sein, werden Sie jedes Mal gesondert aufgeklärt und um Ihr Einverständnis gebeten.

 

 Erhält man Ergebnisse von den eigenen Untersuchungen im Rahmen der GBS, bzw. erhalte ich Informationen über den Gesundheitszustand meines Gehirns?

Die GBS und die damit verbundenen Studien verfolgen ein rein wissenschaftliches Ziel. Die Untersuchungen sind daher in der Regel auf die Fragestellung der jeweiligen Studie ausgelegt. Dementsprechend werden sie mit einem spezifischen Ziel durchgeführt und nicht um in der Breite Krankheiten zu entdecken oder auszuschließen. Falls etwas augenscheinlich krankhaft aussieht, wird dies qualifiziertem Personal zur Beurteilung vorgelegt und man wird Sie beraten.

 

 Was geschieht mit meinem genetischen Material?

Zunächst wird in der Abteilung Humangenetik der Universitätsmedizin Mainz Ihre DNA aus der Speichelprobe extrahiert. Anschließend wird die DNA eingefroren und, abhängig von Ihrer Angabe in der Einverständniserklärung, entweder für zehn oder dreißig Jahre aufbewahrt. So ist es möglich, dass Sie für Studien, die eine Untersuchung der DNA vorsehen, zur Verfügung steht.

Mit der Teilnahme an der GBS geben Sie ihr Einverständnis, dass weitere genetische Untersuchungen durchgeführt werden dürfen: Sollte sich in der Zukunft die Möglichkeit einer kompletten Genanalyse bieten, wurden wir von der Ethikkommission dazu verpflichtet, auch sämtliche Gene zu untersuchen, von denen bekannt ist, dass sie mit einem erhöhten Risiko für eine Erkrankung einhergehen. Sollten bei dieser Analyse krankhafte Befunde auftreten, bei denen entweder eine kurative Therapie oder ein intensiviertes Früherkennungsprogramm möglich ist, werden Sie in einer humangenetischen Beratung darüber informiert.

Sollten Sie einer Speicherung zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr zustimmen, werden wir Ihre Probe umgehend vernichten.

 

 Muss ich an allen Untersuchungen teilnehmen?

Wenn Sie als Proband in der Datenbank der GBS registriert sind, bekommen Sie für jede neue Studie für die Sie als Proband in Frage kommen von uns ausführliche Studieninformationen. In diesen Studieninformationen sind auch die Untersuchungen genannt, die im Rahmen der jeweiligen Studie geplant sind. Auf Basis dieser Informationen können Sie sich dann entscheiden, ob Sie teilnehmen möchten oder nicht.

In der prg-1-Studie beispielsweise werden Probanden, die Genträger der prg-1-Variante sind, zu einer EEG- und MRT-Untersuchung eingeladen. Die Wahrscheinlichkeit tatsächlich Genträger zu sein, ist sehr gering (0,5%-1%). Per Zufallsauswahl werden noch einige Kontrollpersonen aus dem GBS-Pool ausgewählt und ebenfalls zu einer EEG- und MRT-Untersuchung eingeladen.

 

 Ist die Einhaltung des Datenschutzes gewährleistet?

Ja. Für die GBS werden Ihre Daten einschließlich der Angaben über Geschlecht, Alter, Gewicht, Körpergröße, in pseudonymisierter Form aufgezeichnet, auf Datenträgern gespeichert und ausgewertet. Pseudonymisiert bedeutet kodiert, ohne identifizierende Personendaten (Namen, Anschrift, Initialen, Geburtsdatum o. ä.). Personendaten werden in einer separaten Datenbank erfasst und gespeichert. Auf diese Personendaten haben nur der Studienleiter und ein enges Mitarbeiterteam Zugriff. Alle anderen Mitarbeiter der GBS oder zukünftiger Projekte erhalten ausschließlich pseudonyme Daten. Eine Weitergabe von Personendaten an Dritte außerhalb der Universitätsmedizin erfolgt nicht. Daten und Probenmaterial werden nur nach erneuter Kodierung, d. h. faktisch anonymisiert und nur für Studienzwecke bzw. Analysezwecke wie in dieser Studieninformation beschrieben an akademische Kooperationspartner und spezialisierte Labore weitergegeben. Eine kommerzielle Verwendung erfolgt nicht. Nach der statistischen Auswertung liegen die Daten in gruppierter Form vor. Gruppierte Daten sind anonym und sollen in dieser Form in Fachzeitschriften publiziert werden.

 

Wie wird während der Untersuchung die Privatsphäre geschützt?

Die untersuchenden Ärzte unterliegen der Schweigepflicht.

 

 Warum ist die Genanalyse des prg-1-Gens auf Probanden mit mitteleuropäischer Herkunft begrenzt?

Da es Hinweise auf eine ungleiche Häufigkeitsverteilung der beiden zu untersuchenden prg-1 Varianten in verschiedenen ethnischen Gruppen gibt (NHLBI Exome Sequencing Project; https://esp.gs.washington.edu/drupal/) und um den „ethnischen bzw. genetischen Hintergrund“ zu homogenisieren sollen nur Probanden untersucht werden, die deutscher bzw. mitteleuropäischer Herkunft sind. Das heißt sämtliche Großeltern des Probanden stammen aus Deutschland oder einem unmittelbaren Nachbarland zu Deutschland, d.h. Benelux, Dänemark, Frankreich, Österreich, Polen, Schweiz oder Tschechien.

 

 Wie wirkt es sich aus, wenn man die seltene gesuchte Variante des prg-1-Gens trägt?

Diese Frage zu beantworten ist u.a. Ziel der Studie.

 

 Was ist das ERC?

Der Europäische Forschungsrat (European Research Counsil, ERC) ist eine von der Europäischen Kommission eingerichtete Institution zur Finanzierung von grundlagenorientierter Forschung. Er wird von 2014 – 2020 über das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation “Horizont 2020″ finanziert

 

 Was ist das DRZ Mainz?

Das Deutsche Resilienzzentrum (DRZ) ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) und ihrer Universitätsmedizin, die sich die Erforschung der Resilienz – also der „seelischen Widerstandskraft“ – zum Ziel gesetzt hat. In dieser im Sommer 2014 gegründeten, fachübergreifenden Einrichtung der JGU arbeiten Neurowissenschaftler, Mediziner, Psychologen und Sozialwissenschaftler zusammen. Das DRZ widmet sich so auf innovative Art einer Frage von überregionaler Bedeutung. Es schließt eine wichtige Lücke in der deutschen Forschungslandschaft und ist europaweit das erste Zentrum dieser Art. Die zentralen Anliegen des DRZ sind es, Resilienzmechanismen neurowissenschaftlich zu verstehen, darauf aufbauend mit Präventionsstrategien vorzubeugen und darauf hinzuwirken, Lebensumfelder so zu verändern, dass Resilienz gestärkt wird.

Für weitere Informationen: http://www.drz.uni-mainz.de/

 

 Kann es vorkommen, dass mir als Proband eine Studie mit Medikamenteneinnahme angeboten wird?

Derzeit sieht keine der GBS assoziierten Studien eine Einnahme von Medikamenten vor. Dennoch können wir nicht ausschließen, dass dies in der Zukunft der Fall sein wird. Sollte Ihnen eine solche Studie angeboten werden, sind Sie natürlich nicht verpflichtet daran teilzunehmen. Für jede neue Studie wird es eine gesonderte Aufklärung und Einwilligungserklärung geben.

 

 Ich möchte nicht mehr an der GBS teilnehmen, was geschieht mit meinen Daten?

Sollten Sie sich dafür entscheiden die Studie abzubrechen,  können Sie uns dies jederzeit mitteilen. Wir werden daraufhin alle Materialien (Fragebogen und Speichelprobe) und Daten, die wir im Rahmen der Studien von Ihnen bekommen haben, vernichten.

Wir behalten uns vor, Ihren Namen, Ihre Adresse und Ihr Geburtsdatum weiterhin zu speichern, um zu verhindern, dass Sie erneut von uns angeschrieben werden. Weitere Angaben wie Ihre Telefonnummer oder E-Mail-Adresse werden aber gelöscht.

 

 Wenn ich weitere Fragen zur Studie habe, an wen kann ich mich wenden?

Falls Ihre Fragen durch unsere FAQs nicht beantwortet werden konnten, möchten wir Sie ermutigen, sich mit uns in Verbindung zu setzen. Sie können sich jederzeit per Email (gbs@unimedizin-mainz.de) oder innerhalb unserer Sprechzeiten auch telefonisch (06131-17 -2572 oder -2574) beim GBS-Studienteam melden.

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